Erste Clubfliege des Jahres ist die Royal Coachman, hier in verschiedenen Interpretationen / Der Clubfisch des Jahres 2025 ist der Hecht
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Warum ich Fliegenfischer wurde

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Trutta1
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Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von Trutta1 »

Liebe Fliegenfischer,

wohl keiner kann von sich behaupten als Fliegenfischer geboren worden zu sein. Ich denke, wir alle haben uns dorthin entwickelt. Einige bereits in jungen Jahren, andere brauchten ein paar Jahre länger. Wobei man in den letzten Jahren immer mehr junge Gleichgesinnte trifft.
Unsere Fliegenfischergemeinde wächst beständig und das ist auch gut so.

Auch ich habe als 5 jähriger mit der Stippangel am Dorfteich meine ersten Karauschen gefangen :oops: . Als ich 8 war, wurde ich Mitglied in unserem örtlichen Angelverein und Schleien hatten es mir besonders angetan.
Fliegenfischer gab es unter ca.200 Mitgliedern keinen einzigen und den Begriff Fliegenfischen kannte ich nur aus meinem ersten Angelbuch.
Da es keinen Forellenbach in näherer Umgebung gab, galt mein Interesse den Friedfischen der Teiche und Seen. Mit fortschreitendem Alter und erstem fahrbaren Untersatz konnte ich dann meinen Aktionsradius deutlich vergrößern. Nach bestandener Salmonidenprüfung (gab es damals), konnte ich meine ersten Bachforellen an einem Niederungsbach fangen. (Allerdings mit der Spinnangel) :oops:
Meine ersten Versuche mit der Fliegenrute würden heute sicher alle unter der Kategorie "Trickwürfe" zu finden sein. :lol:
Einige lebensmüde Äschen und Forellen hatten dann wohl Mitleid mit mir und so nach und nach konnte ich meine Wurftechnik verbessern.
Zugewachsene Bäche befischte ich aus Unvermögen aber immer noch mit der Spinnrute. :oops:

2 entscheidende Erlebnisse haben mich dann doch zum Fliegenfischer werden lassen.

Als 15 jähriger stand ich in Treseburg an der Bode und beobachtete einen Angler beim Fliegenfischen. Ob er nach meinem heutigem Verständnis alle wurftechnischen Abläufe perfekt umsetzte, kann ich heute nicht mehr sagen. Aber für mich gab er das perfekte Bild eines Anglers ab.
So und nicht anders wollte ich meine Fische fangen.

Jahre später wollte ich es als gestandener Fliegenfischer das erste Mal auf Lachs versuchen. Leider hatten wir 3 Wochen tropische Temperaturen und der Lachsfluss glich eher einem Rinnsal. An Lachsfischen war also nicht zu denken und so ließ ich mich von einem Bekannten zu einer Ausfahrt aufs Meer überreden.
Was dann passierte sollte mich für immer zum reinen Fliegenfischer machen.
Das hatte nach meinen Vorstellungen von waidgerechtem Fischen nichts aber auch gar nichts zu tun. Nachdem ich in kürzester Zeit mehrere Dorsche
aus ca. 90m Tiefe hochgepumpt hatte, gab ich meinem Bekannten die geliehene Hochseerute zurück.
Ich hatte zum Glück meine 8# Fliegenrute dabei und die Makrelen ließen sich nicht lange bitten.
Seit diesem Tag fische ich nur noch mit der Fliegenrute.

Auf die Ausgangsfrage: "Warum ich Fliegenfischer wurde?" gibt es eine klare Antwort. FLIEGENFISCHEN MACHT MICH GLÜCKLICH!!!
Es ist für mich die komplexeste aller Angelarten. Hier werde ich zum Entomologen, Fliegenbinder, Rutenbauer und Fischzüchter. Bin mein eigener sehr kritischer Wurflehrer und behandele meine Fänge immer so schonend wie möglich.
Mich macht es glücklich an einem natürlichen Bachlauf mit meinen eigenen Kreationen die eine oder andere wilde Bachforelle zu überlisten.
Dafür haben wir jahrelange Aufbauarbeit an und in den Bächen geleistet.
Und ich esse gern Fisch, nur möchte und werde ich auch weiterhin selbst entscheiden welchen Fisch ich entnehme.
Das ist für mich eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entnahme.

Vielleicht haben einige gleiche Erfahrungen gemacht, oder gibt es doch den geborenen Fliegenfischer?

Lieben Gruß und TL, Frank
felix181
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von felix181 »

Ich habe eine sehr ähnliche "Karriere" hinter mir.
Als etwa 12- oder 13 jähriger habe ich auf einem Voralpensee mit Spinnfischen auf Hechte und Forellen auf eigene Faust begonnen.
Danach habe ich jahrelang sehr wenig gefischt - eigentlich hab ich einen Freund maximal 1-2x pro Jahr an seinen kleinen Forellensee begleitet.
Der gleiche Freund hat mich dann zu einem Fliegenfischerkurs "überredet" - es hat mir die edle Art des Fischens zwar gefallen, aber die Rute stand danach doch mehr als in der Luft zu sein.
Dann kamen ein paar freie Tage während einer Konferenz in Vancouver und ich ging zum Lachsfischen mit Guide - ab da begann ich intensiver die Fliegenrute in der Luft zu bewegen.
Danach kamen ein paar Jahre Big Game Angeln in der Adria - aber irgendwann habe ich das Boot zum Glück wieder verkauft und die Fliegenfischerei intensiviert.
Seither bin ich reiner Fliegenfischer - jede andere Art hat für mich ihren Reiz völlig verloren...
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von zulu6 »

Grüß euch beide Vorposter!

Danke für eure Ausführungen - selbst wenn der eigene Weg Parallelen aufweist,
ist es doch auch immer wieder spannend, andere Zugangswege beschrieben zu bekommen.
:clap: :clap:

Als Conclusio finde ich genau diese Aussage besonders treffend:
Trutta1 hat geschrieben: 11. Juni 2026, 09:28 FLIEGENFISCHEN MACHT MICH GLÜCKLICH!!!
Damit ist alles gesagt - vielen Dank!

Beste Grüße
Jürgen
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Fischen und fischen lassen
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von FlifiSepp »

Schöne Geschichten!

Ich war vor dem Fliegenfischen kein wirklicher Fischer. Einige Male ließ ich mich überreden, mal mit der "normalen" Rute mitzugehen, was praktisch immer in einer Beinahe-Katastophe endete.
Bei mir war es die Suche nach einem Ausgleich zu meinem stressigen Beruf, was mich zum Fliegenfischen brachte und das war genau das Richtige! Seitdem nur noch Fliegenfischen.

Aber ich bin eigentlich an der Frage hängegeblieben: Gibt es den geborenen Fliegenfischer?
Nun ja, meine Frau war einige Male mit zum Fliegenfischen, das sie auch auch selbst ausübte, als sie mit unserem Sohn schwanger war. Im achten Monat stand sie beim Huchenfischen mit der Zweihandrute in der Mur.
Schon als Baby nahmen wir unseren Sohn dann oft mit zum Fliegenfischen. Mit 2 1/2 jahren hatte er an der Ischler Traun zum erstenmal eine Fliegenrute in der Hand. Ausgerüstet mit einer sogenannten "Matschhose" und gehalten von meiner Frau von hinten an den Trägern, fing er unter tatkräftiger Hilfe beim Werfen, haken und drillen seine ersten Fische.
Ist er vielleicht ein geborener Fliegenfischer?

Mit noch nicht mal sechs Jahren fing er dann mit der Trockenfliege schon Äschen um die 50 cm und sogar eine wild gewachsene Regenbogenforelle mit 64 Zentimetern. Selbst geworfen, selbst gehakt, selbst gedrillt. Nur bei der Landung mußte ich ihm helfen.

Bis zum Alter von 12 Jahren entwickelte er weiter sich zu einem immer besseren Fliegenfischer. Was ich natürlich förderte, so gut es nur ging. Wir fischten an den besten Gewässern mit den meisten Fischen und ich ließ ihm bei den besten Stellen der Vortritt. Dann beschloß er abrupt mit dem Fliegenfischen aufzuhören und ist seither nicht mehr mitgegangen.

Vielleicht doch kein geborener Fliegenfischer? Oder habe ich es ihm zu leicht gemacht?

LG Sepp
felix181
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von felix181 »

FlifiSepp hat geschrieben: 13. Juni 2026, 16:10
Vielleicht doch kein geborener Fliegenfischer? Oder habe ich es ihm zu leicht gemacht?
Wie alt war er denn als er aufhörte?
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von FlifiSepp »

Als mein Sohn mit dem Fliegenfischen er aufhörte, war er 12 Jahre alt.

LG Sepp
felix181
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Re: Warum ich Fliegenfischer wurde

Beitrag von felix181 »

FlifiSepp hat geschrieben: 13. Juni 2026, 23:12 Als mein Sohn mit dem Fliegenfischen er aufhörte, war er 12 Jahre alt.
Da kommen halt andere Interessen, Pubertät, usw.
Aber irgendwann als Erwachsener wird er wieder beginnen - da bin ich sicher...
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